Büsch Büsch, Büsch!


Paris Fun Facts:
# 31: Der Göckner von Notre Dame ist ein schäbiger grauer Elektromotor


Gestern Abend war ich unglaublich stolz dass ich es geschafft habe komplett auf Französisch in mein Hostel einzuchecken. Voller Übermut bin ich ins Zimmer gestürm und habe erst einmal ein fröhliches „Bon Soir!“ in die Runde geworfen. Sofort kam aus einer Ecke die ernüchternde Antwort: „Ah! You are from Germany!“ Ziemlich gefrustet habe ich mich dann noch ein bisschen in der Gegend umgeschaut, das Bier getrunken, das mir der Hiasl mitgegeben hatte und mein Französischbuch noch mal von vorne gelesen. Irgendwas muss ich da übersehen haben.


Paris Fun Facts:
# 54: Die Passbildautomaten an den Bahnhöfen haben weder etwas geheimnisvolles noch was romantisches. Die meisten stinken nach Urin und totem Hund.


Heut war dafür ein großartiger Tag. Das heißt, angefangen hat es mit Regen und Nebel und das wurde auch nicht besser. Also bin ich mal den Boulevard von Rene dem Bäcker lang gegangen. Ganz anders als in Wien wo auch dreispurige Straßen noch „...gasse“ heißen können nennt man hier alles wo zwei Autos aneinander vorbeikommen gleich „Boulevard de...“ oder „Avenue de...“. Direkt auf dem Boulevard von Rene dem Bäcker gibt’s einen Laden für Roboter. Also nicht FÜR Roboter, sonder man kann da alles kaufen was mit ihnen zu tun hat. Es gib eine goldene Regel, die besagt dass es drei Dinge gibt, die aus einem schlechten Film einen guten Film machen können. Zombies, Ninjas, oder Cyborgs. Je mehr desto besser. Vielleicht, dachte ich, gilt das auch für Städtereisen, und so bin ich direkt in dieses Nerd-Paradies marschiert. Am Eingang zum Museum/Laden bekommt man einen kleinen Chip in die Hand was dazu führt, dass man auf Schritt und Tritt von einem kleinen Putzroboter verfolgt  wird, der vorwurfsvoll hinter jedem Besucher den Schutz wegmacht. Außerdem haben sie vom Furby bis zum I DOG alles was jemals an unsinnigen, mehr oder weniger intelligenten Maschinen gebaut wurde. Am tollsten ist ein kleiner Entertainment-R2D2 mit DVD-Player, Boxen und integriertem Beamer. Den kann man dann per Fernsteuerung zur gewünschten Wand fahren und er macht Kino. TOLL!!! Beinahe hätte ich mir ein Ding gekauft, wo man drauf haut und es krabbelt in die finsterste Ecke die es finden kann. Dann muss man es suchen. Aber irgendwie waren mir 15 Euro zu teuer für ein Teil, das ich nach dem zweiten Mal garantiert nicht mehr suchen möchte. Wenn ich groß bin kauf ich den ganzen Laden leer. Alle Staubsaugroboter, Rasenmähroboter, Klorollenhalter, die Papier übers Netz bestellen sobald die Rolle leer wird, Purzelbaumroboter, Babywiegeroboter und und und. @Studu und Lingo: Ihr hättet einen solchen Spaß gehabt!!


Paris Fun Facts:
# 87: Die Wasserspeier und Gargoyls hier können nicht reden. Geschweige denn singen und tanzen.

Zurück zum Ernst des Lebens. Nach Notre Dame und und dem schönsten Krankenhaus das ich kenne „Hotel Dieu“ bin ich zum Louvre marschiert. Drin war ich nicht aber davon haben mir auch alle abgeraten. Dafür habe ich die Glaspyramide gesehen vor der Robert Langdon hysterisch wurde. Nach dem Louvre: Büsch, Büsch, Büsch. Geflanst von Lui Kators där begondlisch war Förschwändör...
Und tadaa! Die Champs Elysee. Hier wurde gerade ein großer roter Teppich ausgerollt weil angeblich Benicio del Toro irgendwas macht aber das hab ich nicht geglaubt. Das war sicher für mich. Also bin ich huldvoll über diesen Teppich gewandelt und habe den Menschen milde zugelächelt. Daran könnte ich mich gewöhnen. Das milde Lächeln wurde allerdings schnell einem breiten Grinsen. Vor mir standen weit offen die Türen zum Disney Store. Schon wieder Roboter! Kleine, ferngesteuerte WallEs mit denen die Mitarbeiter durch den ganzen Laden fuhren und dummen Kinder (und mir) erklärten wie es funktioniert und was wir uns zu Weihnachten zu wünschen hätten. Das müssen die glücklichsten Angestellten der Welt sein. Die ganze Zeit spielen. Sogar der Wachmann griff in die Tasten eines High-School-Musical Keybords.
By the Way: Mein Wunschzettel für Weihnachten ist www.disney-store.com
Dann hat mich das schlechte Gewissen ereilt, schließlich stand es Roboter 2 - Museen 0. Also habe ich ein Ticket für den Arc de Triumphe (schreibt sich das so?) gekauft und bin ihm aufs Dach gestiegen. Ein grandioser Ausblick trotz des schlechten Wetters. Kann ich nur empfehlen, vor allen weil es viel billiger ist als der Eiffelturm. Was für eine Überleitung – da bin ich nämlich als nächstes hin und war mäßig beeindruckt. Man hat an solche Wahrzeichen grundsätzlich zu hohe Erwartungen. Zuletzt blieb noch kurz Zeit für einen Besuch bei der Freiheitsstatue und dann bin ich schon wieder zurück ins Hostel.

Paris Fun Fact:
# 142: Das Abspringen vom Eiffelturm mit einem Gleit-oder Fallschirm wird mit Freiheitsstrafe geahndet.

Irgendwie bin habe ich heute die meiste Zeit damit verbracht durch irgendwelche kleinen Gassen zu gehen, und Kaffee zu trinken. In diesen Gassen ist jedes zweite Haus ein Cafe, Jedes dritte ein Antiquariat, jedes Vierte ein kleines Mini-Theater und der  Rest sind Designer und Läden in denen man stundenlang gruschen könnte. Paris ist großartig. Wenn mir Wien irgendwann fad wird zieh ich hierher. Hoffentlich kann ich dann „Bon Soir!“ sagen ohne mich gleich als Deutscher zu outen.

Viele Grüße!
Wolle


P.S. Alle „Paris Fun Facts“ in diesem und dem folgenden Eintrag und beziehen sich auf Filme, Bücher oder Lieder die alle mit Paris zu tun haben. Die ersten drei, die fünf Titel erraten und mir ins Forum posten, bekommen einen unglaublich geschmacklosen goldenen Eiffelturm – Schlüsselanhänger. Ohne Scheiß. Sie liegen hier neben mir. Natürlich gilts erst dann, wenn auch der nächste Eintrag online steht.

19.11.08 18:14

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