Arthur est un perropuet...


Gestern sind wir noch ein bisschen durch die Stadt gelaufen, haben einige Kirchen besichtigt und Lyon von oben gesehen. In der Jugendherberge bin ich unter anderem mit einem klugscheißenden Algerier im Zimmer der laufend mein Französisch kritisiert. Vermutlich hab ich’s verdient, ich hab erschreckend viel vergessen von dieser Sprache. Gott sei Dank habe ich mir ein kleines Buch besorgt (Französisch für Büffelmuffel) das dieses Manko hoffentlich bald wieder beseitigt. Das erste Kapitel handelt von Yaya, dem marokkanischen Zuhälter, der Ludmilla die nichts ahnende Russin auf den Strich schickt. Gott sei Dank gibt es da noch Marie die ambitionierte Hobbydetektivin, die sich der Sache annimmt. Ich bin ja schon so gespannt wie es ausgeht! Immerhin ist es lustiger als mein Schulbuch das mit den Worten „Arthur ist ein Papagei...“ begann.

Am Abend sind wir dann noch mit Valerie, Katharina und Carolin was trinken gegangen. Hier kostet das Bier 5,60 und mir wurde gesagt, das wär noch günstig. Irgendwie hatte ich Sehnsucht nach dem Bierpreis in Regensburg und sogar nach dem in Wien. Auf jeden Fall war der Keeper der vollste im gesamten Lokal und hat im Minutentakt Gläser zerschmissen. Besonders großartig war sein Kampf mit einer Espressotasse, die auch nach dem 5. Versuch nicht an ihrem Platz liegen bleiben wollte und dann wie vieles andere am Boden zu Bruch ging.

Heute früh habe ich dann verschlafen und wurde um 11 von dem fröhlichen Putzmann geweckt der durchs Zimmer wischte. Um 12 ging´s dann los auf den Berg über Vieux Lyon, wo 2 römische Theater nebeneinander stehen (Das erste Multiplex der Welt). Außerdem gibt’s da oben eine ziemlich schöne Kirche mit enorm vielen Mosaiken.
Dann wars aber Zeit für einen Kaffee und das Savoir Vivre oder Laissez Faire oder wie auch immer die Franzosen das Nichtstun so blumig umschreiben. Es gibt hier großartige kleine Cafes in denen man den ganzen Tag nichts anderes tun könnte als Leute auf der Straße beobachten.
Am Nachmittag gingen wir an den Geburtsort des Kinos, der Villa der Lumieres in der der Kinematoraph erfunden wurde. Ehrlich gesagt war das Museum das daraus gemacht wurde ein wenig enttäuschend weil alle Filme digital projiziert waren und man keinen von den wirklich wichtigen Apparaten in Action erlebt hat. Außerdem weigern sich die Franzosen die Exponate auch in Englisch zu beschriften, was den Lenrneffekt recht gering hält. Zumindest bin ich an genau der Stelle gestanden wo der Kollege Lumiere für den „ersten Film der Welt“ (DIE ARBEITER VERLASSEN DIE FABRIK) an der Kamera gekurbelt hat. Der Blickwinkel der Kamera ist zwar von Leuchtpunkten am Boden markiert aber anstatt der Fotofabrik ist in dem Schuppen im Hintergrund jetzt ein Kino mit neuer Glasfassade untergebracht. Heute Abend gehen wir dann essen und danach wird auf einem Schiff gefeiert oder im GROUND ZERO. Klingt nach Abrissparty.

13.11.08 10:54

bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Wolle (13.11.08 10:57)
Ich weis, es hat länger gedauert, aber in Lyon ans Internet zu kommen hat sich als größerer Akt rausgestellt. Dafür gibts heute gleich mal 2 Einträge. Viele Grüße an alle!

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